In den Augen. Alle Zeit.

Die Serie „In den Augen. Alle Zeit.“ porträtiert die Künstler*innen des RambaZamba Theaters. Das private Theater hat seine Spielstätte in der Kulturbrauerei in Berlin Prenzlauer Berg und wurde 1990 gegründet. Das Ensemble mit seinen Künstler*innen mit Behinderung bildet den Rahmen für eine fotografische Auseinandersetzung über Normalität.

 

Die realen menschlichen Lebenslagen lassen sich nicht in Gegensatzpaare aufspalten. Gesunde Körper - kranke Körper, behindert - nicht behindert, normal - anders. Unterschiede und Defizite sind Elemente menschlicher Vielfalt, sie sind schwankend und der Veränderung unterworfen; die Mehrheit der Behinderungen sind erworben.

 

Die Porträts werfen Fragen über das Dasein an sich auf; sie haben eine Spiegelfunktion. Das Verbindende in menschlichen Beziehungen und dem Menschsein an sich wird als Auseinandersetzung über Gefühle, die wir teilen und tragen, verhandelt. Es geht um das Einende im Verletzlichen, das unserer ursprünglichen Existenz innewohnt.

 

Kant beschreibt das Menschsein als Wert an sich, wonach es keinem fremden Zweck unterworfen wird. Ausgehend von dieser Annahme ist jeder Mensch von gleichem Wert. Dieser sollte sich nicht an der individuellen Verwertbarkeit und Funktion orientieren, sondern an der bedingungslosen menschlichen Würde und Zugehörigkeit. Die Forderung nach Inklusion bedeutet dementsprechend eine umfassende Teilhabe am sozialen Leben und die Überwindung strukturell ausschließender Verhältnisse.

 

Die Porträts erinnern formal und inhaltlich an Malereien der Renaissance; erstmalig rückte der Mensch ins Zentrum des eigenen Lebens. Die neutrale Darstellung und der schwarze Hintergrund verstärken diese Wirkung und dabei die Allgemeingültigkeit der Thematik um Menschsein, Selbstbestimmung und Teilhabe.